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(Dieses Foto wurde an einer Kunstausstellung von Pipilotti Rist im Kunsthaus Zürich aufgenommen.
Ich danke hiermit der Künstlerin, ihr Kunswerk so bereitwillig fotografieren zu lassen.)


In unserer westlichen Kultur dominiert zurzeit eine extrem materialistische, extravertierte und rationalistische Kultur, die unbestritten ihre Erfolge und Vorteile vorweisen kann. Doch werden in ihr die Träume stark vernachlässigt und aus dem Bewusstsein ausgeklammert. Es ist vergessen gegangen, dass wir nachts in einer zweiten Welt leben, der Traumwelt, in der wir gültige und prägende Erfahrungen machen. Obschon diese Welt in diesem Sinne sehr real ist, wiedersetzt sie sich der rationalisierenden Logik und entzieht sich den gängigen Moralvorstellungen. So erscheint sie dem westlich geprägten Bewusstsein als unsinnig, unverständlich und unangenehm. Darunter leidet die Bereitschaft Träume zu erinnern, sie aufzuschreiben und sie mit anderen Menschen zu teilen. So befinden wir uns diesbezäglich im finsteren Mittelalter, indem ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens systematisch unterdrückt wird.

Um diese Mauer des Schweigens und der Scham zu durchbrechen veröffentliche ich seit einiger Zeit meine Träume in Form von Tweets. Im Anfang tat ich das auf Deutsch, doch fand ich in diesem Sprachraum kaum Interessenten, die mir folgen wollten. Also wechselte ich auf Englisch weil dieser Sprachkulturraum wesentlich grösser ist. Doch beweist diese Problematik das oben Gesagte: Träume stossen in unserer westlichen Kultur auf wenig Interesse. So habe ich mich mit der Rolle als Rufer in der Wüste abgefunden, mit dem Wissen, dass es im Dezember schwierig ist, vom Frühling zu sprechen.

Das Motto dieser Traumtweets habe ich in einem Traum gefunden: Ich träumte einmal, dass ein Mann alleine in einem entlegenen Bauernhaus lebte. Jeden Abend zündete er alle Lichter im Haus an und sprach mit vielen Stimmen, als ob viele Leute dort wohnen würden.



Tweets von @c_gassmann